Horizontalbohrtechnik – Umweltschonend bohren

16.12.2011

Um unterirdisch Leitungen zu verlegen, muss man bekanntlich einen Graben ausheben und nach der Verlegung wieder zuschütten. Dies ist oft nicht ohne weiteres möglich, da alles was sich zuvor über der Leitungstrasse befindet, den Erdarbeiten weichen muss. So müssen zum Beispiel Straßen aufgerissen werden und nach der Verlegung kostspielig wieder hergestellt werden. Flussläufe die ein wertvolles Biotop darstellen werden für die Arbeiten oft zeitweilig umgeleitet, wodurch der Lebensraum für seltene Tierarten geschädigt werden kann. Nicht zuletzt kann auch bei der Verlegung auf engen, verwinkelten Grundstücken die Gefahr bestehen, das Fundamente von Zaunpfeilern oder Umfassungsmauern in einen Graben abrutschen.

Während in früheren Zeiten all das in Kauf genommen werden musste, gibt es heute Verfahren, die es erlauben kurze und mittlere Strecken ohne Aufgraben der Erde zu durchörtern, das heißt, zu durchbohren. Dabei wird mit einem Spezialgerät ein kleiner Tunnel in die Erde gebohrt, in den sofort das betreffende Kabel oder Rohr verlegt wird, ohne dabei zwischen Anfangs- und Endpunkt die Erdoberfläche über der Leitung zu beeinflussen. So wird für die Verlegung einer Leitung weder eine massive Beeinträchtigung des Verkehrs, noch eine Schädigung der Natur oder der Bausubstanz hervorgerufen. Daneben verringert sich auch der Einsatz von Baggern, Rüttelplatten und anderem geräuschintensivem Gerät, sodass der Baustellenlärm hörbar vermindert ist. Auf vielen Baustellen, auf denen heute noch durch die klassische Grabentechnik teure Reparaturen und Wiederherstellungsarbeiten notwendig werden wäre ein schonendes Bohren eine kostengünstigere und die Umwelt schonende Alternative, doch Vorbehalte gegenüber der Technik oder die völlige Unkenntnis der Bauherren davon vereiteln die Anwendung. Auch ist es so, dass das Bohren die Durchführung vieler Vorhaben erleichtert, denn durch die geringere Belastung der Umwelt durch Lärm und Zerstörung der Bodenoberfläche gibt es auch weniger Beschwerden und Klagen von Anwohnern. Es ist doch sehr verwunderlich wie oft noch man noch Leitungen vergräbt, wo man umweltschonend bohren sollte.

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